OZ-Artikel vom 5. Februar 2008
Von STEFAN TRETROPP
Tessin. „Warum habt ihr euch so lange umgezogen?“, fragt Paul Paepke sein 20-köpfiges Eishockey-Nachwuchsteam, das sprachlos vor ihm auf dem Eis steht. Er erntet Schulterzucken. „Dafür gibt es Strafrunden“, fährt der 24-jährige Trainer fort und beginnt eher ungewöhnlich die Einheit. Es herrscht ein rauer Umgangston. „Wir sind ja nicht zum Spaß hier, die Kinder sollen etwas lernen“, meint Paepke. Das wird aber auch belohnt. „Richtig so“, ruft Paepke einem seiner Schützlinge nach einem gelungenen Passspiel zu.
Seit gestern befinden sich die Nachwuchssportler des Rostocker Eishockeyclubs (REC) im Tessiner Freizeitzentrum im Trainingslager. Die Kleinst- (ab 1999) und Kleinschüler (ab 1997) lernen hier für ihre Turniere und Punktspiele das Eishockey-Abc. „Wir haben in Rostock zu wenig Eiszeiten, hier können wir uns richtig entfalten“, sagt Horst Römer. Der 73 Jahre alte Trainer ist mit den Bedingungen der Eisbahn an der Zuckerfabrik sehr zufrieden. Betreut werden die „Bambinis“ von drei Trainern, die jede Aktion akribisch verfolgen.
Ein Zuckerschlecken ist solch ein Lager für die Kleinen nicht gerade, denn bis zum Freitag wird jeden Morgen um 6.30 Uhr der Wecker klingeln. „Dann steht die erste Einheit an“, sagt Römer. Am Nachmittag folge die nächste. Die Trainingsschwerpunkte liegen vor allem in der Scheibenführung, dem Pass- und Abspiel sowie dem Spielaufbau. Aber auch soziale Verbindungen sollen intensiviert werden.
„Wichtig ist, dass die Kinder mit Freude dabei sind“, sagt Tobias John (24), der als Torhüter bei den REC Piranhas auf dem Eis steht und sich speziell um die Keeper kümmert.
„Es macht unheimlich Spaß“, meint Anton Schmitter (8), der nach einem Bodycheck gerade auf den Hosenboden gefallen ist. Aufstehen und weiterkämpfen heißt die Devise, denn in einigen Jahren möchten sie einmal das Piranhas-Trikot tragen. Dafür nehmen sie auch mal den einen oder anderen blauen Fleck oder eine Beule in Kauf.
„Einige sind schon sehr talentiert“, sagt Horst Römer, während er auf die Nummer drei zeigt: „Der Yannick kann es schaffen.“ Überhaupt spiele der Nachwuchs eine enorm wichtige Rolle. „Es ist günstig, jetzt in den Nachwuchs zu investieren, als überwiegend fremde Spieler einzukaufen, die dann nach einem Jahr den Verein wieder verlassen“, erklärt der 73-Jährige.
Auch der Leiter der Freizeiteinrichtung, Wolfgang Lohse, freut sich, dass der Eishockeysport nun auch in Tessin Einzug gehalten hat. Auch wenn er selber „weniger mit Eishockey am Hut“ hat, guckt er doch sehr gerne zu. Er stellt den Kindern nach dem Training zudem alle weiteren Einrichtungen – vom Whirlpool bis zur Sauna – zur Verfügung. Wer den ganzen Tag auf dem Eis zubringt, weiß ein warmes Bad im Anschluss sehr zu schätzen.
INFO: Eishockey-Nachwuchs
Der Rostocker Eishockey-Club hat insgesamt vier Nachwuchsteams. Die Jüngsten sind die Kleinstschüler, die Ältesten die Junioren. Die Kleinstschüler nehmen regelmäßig an Turnieren unter Wettkampfbedingungen teil, steigen aber nicht auf oder ab. Die anderen Mannschaften spielen im „richtigen“ Punktspielbetrieb, wie in der Juniorenliga oder den norddeutschen Meisterschaften.
ESC Harzer Wölfe : Rostock Piranhas
Sonntag, 05.02.2012 19:00 Uhr
in der Schillingallee
Freitag, 10.02.2012 20:00 Uhr
in Bremen
| Team | Sp | Tore | Pkt | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Rostock Piranhas | 28 | 236:70 | 72 |
| 2 | Timmendorfer Strand | 27 | 187:77 | 62 |
| 3 | Harzer Wölfe B'lage | 26 | 156:63 | 60 |
| 4 | Hannover Braves | 28 | 156:98 | 60 |
| 5 | Adendorfer EC | 29 | 150:121 | 45 |
| 6 | Weser Stars | 26 | 120:173 | 33 |
| 7 | Hamburger SV | 28 | 85:195 | 14 |
| 8 | Hamburg Crocodiles | 27 | 57:183 | 12 |
| 9 | Wedemark Scorpions | 27 | 79:246 | 11 |