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Dilemma im Nachwuchs-Eishockey

Trubel vor dem Tor der REC Schüler.
Trubel vor dem Tor der REC Schüler. Torhüter Alexander Bürth (Mitte) konnte sich trotz der Niederlage einige Male auszeichnen. Foto: Olaf Jenjahn 

OZ vom 29. September 2008

Eine heftige 0:29-Klatsche mussten die Schüler des Rostocker EC am Sonntagmorgen gegen den EC Hannover/ Salzgitter hinnehmen.

Von Olaf Jenjahn

Hansaviertel. Für die Gäste hatte sich das frühe Aufstehen gelohnt. Bereits am Vortag gewann die Hannover-Salzgittersche Kombination in Timmendorf mit 19:6, bevor sie am Sonntag in aller Frühe in Richtung Rostock aufbrach. Anpfiff morgens 7.30 Uhr! Trotz der frühen Uhrzeit sind zum Spielbeginn 14 Zuschauer in der Eishalle anwesend. Nicht nur Eltern und Verwandte, auch Mitglieder von Fanclubs unterstützen den Nachwuchs.

Das neuformierte Team wird von Trainer Wolfgang Wünsche betreut. Der Coach gibt seinen Jungs noch ein paar Tipps: „Nicht hektisch werden, die Scheibe an der Bande aus dem Drittel spielen“. Und er benennt nochmals die Reihen, in denen die Rostocker Jungen spielen. An den Ausrüstungen werden die letzten Handgriffe getätigt.

Auf der anderen Seite geht es gelassener zu, fast schon ein wenig überheblich: „Ich tippe mal auf zwei Tore in der ersten Minute“, ist sich ein Spieler der Gäste sicher. Doch er vertut sich, das 1:0 für Hannover fällt erst nach 67 Sekunden. Allerdings sollen bis zum Abpfiff noch 28 weitere folgen.

Fast scheint es, als ob die REC-Mannschaft der Gegnerschaft als Kanonenfutter dient. Dem ist nicht so, ist REC-Präsident Peter Dickmanns überzeugt. „Es fehlen in dem Team noch der Torwart sowie zwei Spieler. Die Jungs haben bislang noch nicht viel Eiszeit gehabt“, sagt Dickmanns.

Das Reizwort lautet „Reindl-Pool“. Vor einigen Jahren wollte der ehemalige Nationalspieler und jetzige Funktionär im Deutschen Eishockey-Bund, Franz Reindl, mit diesem Pool die Nachwuchsarbeit fördern. Mannschaften ab der Oberliga zahlen für jeden Ausländer einen gewissen Betrag in den Pool. Außerdem müssen sie vier Nachwuchs-Teams im Spielbetrieb nachweisen oder zahlen für jede fehlende Mannschaft 15 000 Euro in den Pool. Nach der Saison werden die Gelder an die Teams verteilt. „Wir sind Geber. Geld bekommst du nur raus, wenn du Talente und Mannschaften hast, die auch höher spielen“, erläutert Dickmanns. In der Saison 2007/2008 zahlte der REC 15 000 Euro ein, bekam nach der Spielzeit aber nur 9 498 Euro raus. Ein sattesMinus von 5 502 Euro.

„Da es in Mecklenburg-Vorpommern kein funktionierendes Nachwuchs-Eishockey gibt, müssen unsere Kinder-Mannschaften weit reisen. Tatsache ist, dass diese Teams dabei fast genau so viele Kilometer fahren müssen, wie die Oberliga-Mannschaft“, weiß REC-Präsident Peter Dickmanns um das Dilemma.

Talente sind rar gesät, deshalb will der Verein jetzt auch verstärkt Spieler ab dem Jahrgang 2002 und jünger werben. „Wir werden nach den Herbstferien eine Werbetour durch Kindergärten und Schulen der Umgebung starten. Mit dabei sind dann auch Spieler der Piranhas“, kündigt Dickmanns an.

Der Rostocker EC hat neben der Oberliga-Mannschaft der Piranhas, den Freibeutern (Landesliga Hamburg) sowie zwei Landesligateams der Sontagsmaler auch noch Nachwuchsteams bei den Junioren, Schülern, Kleinschülern und Bambinis im Spielbetrieb.

Kontakt: www.piranhas.de oder Geschäftsstelle Tel.: 0381 20 21 900

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Tabelle

Meisterrunde
Stand 28.03.2010

  Team Sp Tore Pkt
1Rostock Piranhas1099:2427
2Harzer Wölfe B'lage1055:2924
3Timmendorfer Strand1064:3321
4Adendorfer EC1030:5911
5Weser Stars1037:885
6Wedemark Scorpions1019:712

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